HEXEN und HEXEREI

waren zu allen Zeiten in fast allen Kulturen verbreitet und verwendeten oder beschrieben Techniken und Praktiken, um den Verlauf von Ereignissen auf übernatürliche Weise zu beeinflussen.

Hexerei wird bei den meisten Völkern als die angeborene oder ererbte Fähigkeit angesehen, durch übernatürliche Kräfte anderen Personen Schaden oder Nutzen zufügen zu können, wobei diese Fähigkeit auch unbewusst eingesetzt werden kann. In vielen Regionen Afrikas etwa unterscheidet man Hexen, denen ihre Fähigkeiten angeboren sind, von Zauberern, die sie durch oft blutige oder schamanistische Initiationen erwerben müssen. Zauberei ist also eher als der »wissenschaftlichen« oder zumindest technologische Teil der Magie zu betrachten.

Hexen gibt es in fast allen Kulturen. Im Alten Testament wird die »Hexe von Endor« beschrieben, eine Hellseherin und Totenbeschwörerin, die den Geist des Königs Samuel aus der Unterwelt aufsteigen lässt (1. Samuel 28). Im 7. Jahrhundert machte eine Berberfürstin im Gebiet des heutigen Tunesien von sich reden, die als Hexe und Prophetin ihr Volk sechs Jahre lang im (vergeblichen) Kampf gegen die arabischen Eroberer führte: El Kahira (»die Zauberin«).

Im europäischen Volksglauben gehen Hexen (selten Männer) einen Pakt mit dem Teufel ein. Erst im Spätmittelalter bildete sich die Hexenvorstellung heraus, die schließlich zu den grauen- und massenhaften Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit führte. Der Begriff Hexe stammt vom althochdeutschen hagzissa und bedeutet ein sich in Hecken oder auf Zäunen aufhaltendes Wesen, er wird oft mit »Zaunreiterin« übersetzt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden, zumindest in den westlichen Ländern, die Begriffe Magie (abgeleitet von Magier), Zauberei und Hexerei in der Regel gleichgesetzt, dies gilt auch in vielen modernen Büchern, etwa den Harry-Potter-Büchern.

Deshalb wurden in meinem Lexikon »Das ABC rund um Harry Potter« auch die Geschichte der Hexen und der Hexenverfolgungen ausführlich behandelt.
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