REZENSION:

Bilder zu DER HOBBIT

Hammond, Wayne G. und Scull, Christina:

Die Kunst des Hobbit: Alle Bilder von J. R. R. Tolkien

Klett-Cotta, Stuttgart 2012, großformatig (26,8 x 26,4 cm) im Schuber, komplett vierfarbig, 144 Seiten, davon mehrere zum Ausklappen, (nur) 29,95 Euro

Friedhelm Schneidewind

Christina Scull, Mitarbeiterin am Sir John Soane’s Museum in London, und Wayne G. Hammond, Literatur- und Kunstwissenschaftler an der Chapin Library of Rare Books in Williamstown, Massachusetts, haben sich über die Jahre einen hervorragenden Ruf als Tolkien-Fachleute erarbeitet, sowohl durch die Herausgabe wichtiger Werke wie auch durch eigene Forschungen und Veröffentlichungen.

Unter anderem gaben sie 1998 Tolkiens »Roverandom« heraus und mit »The Lord of the Rings: A Reader’s Companion« 2005 ein Standardwerk der Tolkien-Forschung. Bekannt wurden sie in breiteren Kreisen 1995 mit »J. R. R. Tolkien. Artist and Illustrator« (deutsch »Tolkien. Der Künstler«, Stuttgart 1996).

Mit dem nun vorliegenden Buch schließen sie an den Kunstband von 1995 an: »The Art of the Hobbit. 75th Anniversary Edition« erschien 2011 und liegt seit August 2012 in einer sehr schön gestalteten und großzügig ausgestattenen deutschen Ausgabe vor: »Die Kunst des Hobbit: Alle Bilder von J. R. R. Tolkien«.

Natürlich passt dieser Band in die Zeit kurz vor der Premiere des ersten Hobbit-Films und nutzt die damit verbundenen Marketingmaßnahmen, aber das ist in diesem Fall nur zu begrüßen. Denn dem prachtvollen Band sind viele Leser und Leserinnen zu wünschen.

Zum 75-Jahre-Jubiläum des HOBBIT und dem 120. Geburtstag von Tolkien könnte man sich kaum eine schönere Ehrung wünschen. Der großformatige Band enthält alle Zeichnungen, Bilder und Grafiken von Tolkien zum HOBBIT, auch einiges, was in dem ersten Kunstband von 1995 fehlt, insgesamt über 100 Werke, und vieles größer als 1995 reproduziert. Der Verlag hat dem Buch eine sehr gelungene Ausstattung spendiert: großes Format, einen edlen Schuber, gutes Papier, einen durchgehend farbigen Druck, mehrere Seiten, die sich ausklappen lassen – zu dem interessanten, ausführlichen und von Scull und Hammond mit der üblichen Kenntnis und Formulierungskunst verfassten Text passen Ausstattung und Reproduktion aufs Beste.

Und dieses Meisterwerk kostet nicht einmal 30 Euro! Dieses Buch sollte in keinem Tolkien-Regal fehlen und ist, wie auch Das große Hobbit-Buch, ein hervorragendes Geschenk!

Wie ich meine Rolle als Kritiker sehe: Schön oder gut? – Gedanken zur Kunstkritik (Essay)
(Saarländisches Kultur-Journal 5/1995)